Als Coachin und Gutachterin erlebe ich immer wieder, dass viele talentierte junge Menschen – insbesondere junge Frauen – gar nicht wissen, wie vielfältig das deutsche Stipendienwesen ist. Oder sie glauben, sie seien „nicht gut genug“, um gefördert zu werden. Dabei ist die Zahl der Programme enorm: Von den dreizehn großen Begabtenförderungswerken über parteinahe Stiftungen, kirchliche Träger und Wirtschaftsstiftungen bis hin zu unzähligen kleineren Programmen für bestimmte Fachrichtungen, soziale Hintergründe oder Lebenswege.
Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, welche Förderung zu Ihnen passt. Fragen Sie sich:
- Was motiviert mich? (z. B. wissenschaftliches Interesse, gesellschaftliches Engagement, soziale Verantwortung)
- Welche Themen sind mir wichtig – und welche Stiftungen oder Organisationen teilen diese Werte?
- Welche Art von Unterstützung brauche ich? (Finanzierung, Netzwerk, ideelle Förderung, Mentoring)
Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, findet schnell heraus, dass es nicht
das eine Stipendium gibt, sondern viele Wege, die zum Ziel führen können.
Neben den großen Begabtenförderungswerken wie der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Heinrich-Böll-, Friedrich-Ebert-, Konrad-Adenauer-, Friedrich-Naumann-, Rosa-Luxemburg- oder Hanns-Seidel-Stiftung gibt es zahlreiche spezialisierte Programme: Förderungen für Studierende mit Migrationsgeschichte, für Frauen in MINT-Fächern, für Studierende aus Nichtakademikerfamilien oder für besonderes gesellschaftliches Engagement. Viele Hochschulen vergeben zudem eigene Stipendien oder Deutschlandstipendien in Kooperation mit Stiftungen oder Unternehmen.
Was viele unterschätzen: Die finanzielle Unterstützung ist nur ein Teil der Förderung. Ebenso wertvoll ist das Netzwerk – der Zugang zu Gleichgesinnten, Mentor:innen, Seminaren und Projekten, die die persönliche Entwicklung fördern.